STIFTUNG MARTHA-ELSE-HAUS - Ev.Feierabendheim

Die Pflegekonzeption im Martha-Else-Haus

Die eigenen vier Wände zu verlassen und in ein Alten- und Pflegeheim zu ziehen ist ein einschneidender Wendepunkt im Leben eines Menschen. Hinzu kommt noch, dass mehr als in anderen Lebensphasen gerade im Alter die Wohnverhältnisse entscheidend für Wohlgefühl und Lebensqualität sind. Die vorhandene Umgebung ist vertraut, man weiß wo man hingehört, hier liegen die Wurzeln.

Schließlich sagt das Sprichwort: Einen alten Baum verpflanzt man nicht.

Deshalb ist es wichtig, dass der Ortswechsel behutsam abläuft, wenn er denn sein muss. Viele alte Menschen kommen direkt vom Krankenhaus ins Martha-Else-Haus, ohne die eigene Wohnung noch einmal gesehen zu haben. Alles geschieht unter Zeitdruck, die Betroffenen können selten über den Einzug ins Heim entscheiden. Wer sich freiwillig zum Umzug entschließt, fühlt sich wohler im Heim.

Der Anteil der pflegebedürftigen BewohnerInnen wird immer höher, dass durchschnittliche Eintrittsalter liegt heute bei 85 Jahren. Die Zahl der gebrechlichen, an Demenz erkrankten und verwirrten BewohnerInnen steigt ständig. Ein behutsamer Ortswechsel, eine private wohnliche Atmosphäre ist uns besonders wichtig. Viele alte Menschen trauern, wenn sie die eigenen Möbel aufgeben müssen. Sie empfinden dies als Verlust der eigenen Identität.

Im Martha-Else-Haus gibt es keine vorgeschriebenen Heimmöbel. Jeder Bewohner kann seine eigenen Möbel und persönliche Gegenstände mitbringen, denn Erinnerung heißt Leben.

Die Pflegekonzeption im Martha-Else-Haus orientiert sich am konzeptionellen Ansatz von Monika Krohwinkel. Dabei werden die Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Bewohners individuell und ganzheitlich berücksichtigt. Ziel ist dabei eine möglichst konstante, bewohnerorientierte Bezugspflege zu sichern. Deshalb wurde im Martha-Else-Haus die Bereichspflege eingeführt, d.h. dass die Bewohner nicht ständig ein anderes Gesicht vor Augen haben, sondern in vertraute Gesichter schauen können.

Der Heim- Alltag sollte nicht mürbe machen und die Lebensfreude der alten Menschen zerstören. Der Heim- Alltag soll von Geborgenheit, Zufriedenheit und Zuwendung geprägt sein. Der Heim-Alltag soll den letzen Lebensabschnitt möglichst konflikt- und sorgenfrei gestalten.